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Archon Carvallus


Archon Carvallus ist ein imperialer Feldherr von überragender Brillanz; er orchestrierte die Schlacht von Eschaton, welche den Krieg im Grenzgürtel beendete, und er rettete schon davor Melweth vor dem WAAAGHH! Ghortak. Obschon er der leibliche Enkel von Carvallus dem Grossen ist, verdiente er sich seine Aufnahme durch Adoption ins Haus Carvallus durch eigene Leistungen. Heute ist er Präfekt von Melweth, wo er die verbliebenen Orks bekämpft.

Eine detaillierte Beschreibung Archons findet sich bei Olcur, welcher sich einen Abend lang mit Archon unterhielt. Der sonst imperialen Machthabern gegenüber recht kritische Reisende schien sehr beeindruckt von Archon.

Aus den Aufzeichnungen Olcurs des Reisenden:

Das valerische Imperium kann keinen besseren Mann hervorbringen als Archon Carvallus; über ihn sagt dies nur Gutes, nicht aber über das Imperium. Er ist stolz ohne Eitelkeit, ehrgeizig ohne Eigennutz, ruchlos ohne Bosheit. Seine Feinde sind zahlreich und erbittert und schwanken doch ihm gegenüber zwischen Hass und Wut und Respekt und Bewunderung. Seine Taten sind vielgerühmt und vielverdammt und zeugen von unbeugsamem Genie. Gleich einem Titanen schreitet Archon Carvallus durch die Gegenwart unaufhaltsam auf ein Schicksal zu, welches jedermann offenkundig sein sollte.

Gleich zu Beginn unseres Gespräches fragte ich Archon, warum er mit mir sprechen wolle, und dies war seine Antwort: 'Damit du über mich schreibst. Ich kenne deine Schriften; sie sind unvoreingenommen und treffen stets die Wahrheit. Ich will, dass du ehrlich über mich schreibst, ohne Beschönigung, auch ohne Vorurteil. Die Welt soll mich durch deine Augen sehen können; ich will mich durch deine Augen sehen können. Beides soll mir nutzen.' Die Ehrlichkeit, welche mir in dieser Rede zu liegen schien, erkannte ich in all seinen Worten, und so will ich seinem Wunsch folgen und offen schreiben über Archon Carvallus.

Mornicus war ein leiblicher Sohn des ersten Imperators Carvallus, fand aber nie seines Vaters Anerkennung und ward verstossen aus dem Hause Carvallus. Er ging dann nach Tirensis, nahm eine Frau und hatte einen Sohn, welchen er Archon nannte. Laut Archon war Mornicus eine Tunichtgut, dessen einzige Auszeichnung seine Abstammung war, und den zu verstossen Carvallus recht tat. Ich aber glaube, dass Archons Verachtung für seinen Vater nicht nur in dessen Schwächen begründet ist, sondern auch darin, dass des Hauses Carvallus Geringschätzung für den Vater auch auf den Sohn überging.

Mit 13 Jahren schloss sich Archon der IV. Legion an, um seinen eigenen Weg zu gehen. Schon da war er davon beseelt, im Imperium aufzusteigen, ebenso wie davon, der Menschenheit zu dienen. Den besten Weg für beides sah er im imperialen Heer. Bis heute verfolgt er jene beiden Ziele mit überwältigender Entschlossenheit ebenso wie unbestreitbarem Erfolg. Doch in Archons Auge sind dies nicht zwei Ziele, sondern ein einziges: Im Imperium will er zu Macht gelangen, um diese für des Imperiums hehrsten Zweck aufzuwenden, den Schutz der Menschen vor allen Feinden; Aufstieg im Imperium solle nur geschehen durch Dienst an seinen Bewohnern. In diesem Sinne verkörpert Archon die ursprüngliche Idee des Imperiums, wie sie Carvallus der Grosse gerne proklamiert hat, selbst aber nur in zweifelhaftem Masse lebte. Es darf gehofft werden, dass wir dereinst unter einem neuen Carvallus verwirklicht sehen, was unseren Ahnen der erste Imperator versprach.

Bald erkannten seine Vorgesetzten die taktischen Fähigkeiten Archons und begannen ihn im Felde zu schulen. Mit 16 Jahren kommandierte er Männer seines doppelten Alters; und nun ward er das erste Mal bei Haus Carvallus vorstellig, um formal in das Geschlecht seines Grossvaters aufgenommen zu werden. Sein Ansinnen blieb ohne Erfolg. Archon spricht nicht darüber, warum er bei jener Gelegenheit keine Adoption fand, ebenso wenig wie über andere innere Angelegenheiten des Hauses. Unüberhörbar aber war die grollende Bitterkeit in seiner Stimme, als er mir davon erzählte.

Zwei Jahre später führte Archon als Hauptmann die Kompanie an, welche den Bauernaufstand wider Fürst Garslav in Kanderland niederschlug. Er vollbrachte dies mit kompromissloser Entschlossenheit und Härte. Der Aufstand zerbrach, die Anführer warden hingerichtet; es schien, als bliebe alles beim Alten, sei die Macht Garslavs wieder gesichert. Als der Senat aber kurz darauf zusammentrat, ward seine Diskussion unterbrochen von Archon Carvallus, welcher tatsächlich den widerspenstigen Fürsten Garslav am Kragen herein schleifte. Archon geisselte des Fürsten Willkür und Tyrannei mit flammenden Worten und belegte dessen Korruption und Verderbtheit mit unzweifelbaren Beweisen. Noch in jener Stunde verurteilte der Senat den Fürsten Garslav und enthob ihn seiner Ämter; in der Folge besserte sich die Lage für die kanderländischen Bauern erheblich. Einen grossen Ruf schuf sich Archon Carvallus mit der Entführung und Absetzung des Fürsten Garslav, und sein Name war plötzlich in aller Munde. An aristokratischen Empfängen ward über nichts anderes gesprochen, und in den Hafenkneipen Valeors entstanden Dutzende von Spottliedern über den Schleiffürsten Garslav. Die Bauern Kanderlands wissen bis heute nicht, ob sie den Namen Archon verfluchen oder preisen sollen. Zwei Dinge wollte Archon in Kanderland zeigen: Kein bewaffneter Aufstand wider das Imperium solle Erfolg haben, und kein imperialer Magistrat solle seine Macht missbrauchen.

Die Anklage Garslavs diente letztlich beiden Zielen Archons: Nicht nur hat sie das Los der Bauern Kanderlands gebessert, sondern auch seine eigene Stellung. Denn gleich nach dem Urteil über Garslav trat Abrogai der Kröner an Archon heran. Wiederum wollte Archon nicht über die Einzelheiten sprechen, doch führte dies schliesslich doch noch zu seiner Aufnahme in Haus Carvallus als Adoptivsohn Abrogais.

Nach seinem raschen Aufstieg aber kam Archons Karriere mit einem Mal ins Stocken. Er führte sein Kommando weiterhin vorbildlich aus und hatte Erfolg bei all seinen Aufgaben; dennoch ward er beide Male, da es in jenen Jahren einen General zu ersetzen galt, nicht in Erwägung gezogen. Auch erhielt er keine Möglichkeit, sich im Felde auszuzeichnen, sondern sah sich wiederholt zu tumbem Garnisionsdienst verdammt. Und mehr noch: Nach fünf Jahren fand Archon bei seiner ersten Prüfung nicht die Anerkennung der Ältesten von Haus Carvallus. Der so schnell emporgestiegene Stern des Archon Carvallus hatte sein Leuchten verloren und schien bereits wieder am Sinken. Einmal mehr schweigt sich Archon zu den Ursachen dieser Entwicklungen aus, doch ist offenkundig, dass ihm Widerstand und Widrigkeiten aus den Reihen seines eigenen Hauses erwuchs.

Der grosse Krieg im Grenzgürtel sah denn auch bereits dem Ende des vierten Jahres entgegen, als Archon Carvallus endlich den Befehl erhielt, sich mit seinen Mannen einzuschiffen, und zwar nach Melweth. Nicht konnte Archon ahnen, welche Taten auf jener Insel seiner harrten, und doch sagte er über den Moment seiner Abreise aus Valerien, dass ihm niemals beklommener und hoffnungsvoller zugleich zumute gewesen sei. Er erkannte, dass sich ihm eine Gelegenheit bieten würde in Melweth oder nirgends. Und tatsächlich sah er sich bald von einer Flut von Ereignisse umspült, die jeden geringeren Mann weggerissen hätten, denen aber Archon nicht nur wie ein Felsen trotzte, sondern die er brach und in eine neue Bahn zwang.

Hier ist nicht der Ort, über das gewaltige Ringen zwischen Archon und Menschen auf der einen, Ghortak und Orks auf der anderen Seite zu berichten, und auch nicht über die grösste Schlacht unseres Zeitalters kurz darauf, als Mensch wider Mensch stand und das Valerische Imperium dank Archons Genius triumphierte über unbändigen Drang nach Unabhängigkeit. Wir wollen nur den Blick darauf richten, wie das eine die Voraussetzungen für das andere schuf: Denn es war vor den Mauern Melweths, wo die Orks gebrochen warden und die Insel gerettet, da der siegreiche Hauptmann Archon Carvallus von seinen Soldaten zum General ausgerufen ward; und es war der dort erworbene Ruhm, welcher das imperiale Heer hinter Archon scharte und es diese Proklamation bestätigen liess; und es war schliesslich die unbestreitbare Brillanz und die gewonnene Unterstützung des Heeres, welches die zauderlichen Abgesandten des Senats und selbst die hochmütigen Admiräle der Flotte bewegten, den Plänen Archons Gehör zu schenken. Und eben diese Pläne mündeten in der Schlacht von Eschaton und dem grössten Sieg des Imperiums seit seinem Bestehen.

Mit und nach Eschaton bewies Archon einmal mehr seine Treue zu sich selbst, zu seinen Zielen und Prinzipien. Nicht nur hatte erneut den Widerstand gegen des Imperiums Hoheit gebrochen, er hatte dabei auch bewiesen, des Imperiums Pflichten getreulich zu erfüllen, etwa den Schutz aller Menschen vor dem Wüten bestialischer Feinde. Seine Siege brachten ihm unvergänglichen Ruhm und die hohe Position des Präfekten von Melweth, und sogleich nutzte er jenes Position zum Besten der verheerten Insel. Er sorgte dafür, dass König Vulca der Rang eines Gouverneurs zuerkannt wurde, und widmet nun all seine Kraft dem zähen Kampf wider die verbliebenen Orks.

Gerühmt wird Archon Carvallus nicht nur für seine Erfolge, sondern auch für seine Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit, und dies zu Recht. Wie jeder Carvallier steht Archon stets zu seinem Wort, anders aber als der Rest seines Hauses hält er sich nicht nur an seines Wortes Laut, sondern immer auch Geist. Nie besteht Gefahr, dass er sein Wort anders auslegen wird, als der Hörer in guter Absicht erwarten mag. Nie macht er einen Hehl aus seiner Absicht.

Die Welt solle dies wissen über Archon Carvallus: Er strebt an den Titel des Imperators, und er strebt mit Entschlossenheit. Er anerkennt die Pflichten der Herrschaft, und er dient aufopferungsvoll. Er vollstreckt des Imperiums Anspruch mit Härte, und er sucht dieses Anspruchs Legitimation. Er mag die grösste Hoffnung sein oder die schlimmste Furcht für Anhänger und Feinde des Imperiums gleichermassen.“

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