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esculien

Esculien


“Es gibt zwei Arten von Tätigkeiten: die einen sind es nicht wert, ausgeübt zu werden, und die anderen beherrscht man in Esculien am Besten.“
- Esculisches Sprichwort

Aus den Aufzeichnungen Olcurs des Reisenden:
„Es war in der Tat unverkennbar, dass meine Reisegefährten aus Esculien stammten: Nie waren mir Männer begegnet von grösserer Streitlust, Launenhaftigkeit und Selbstverliebtheit, und ihre dreiste Frechheit dürfte selbst in den adeligsten Kreisen mit Bewunderung registriert werden. Aber zugleich waren sie grosszügig, im Materiellen ebenso wie im Umgang, gesellig und offen gegenüber einem jeden Fremden, und sie standen stets getreu zu ihrem Wort. Und als wir auf Gatruush auf einen Trupp Orks stiessen, zeigte sich, dass auch die Tapferkeit der Esculier zu Recht gerühmt wird. Man mag angenehmere und der Seelenruhe zuträglichere Gefährten finden, doch kaum verlässlichere oder lustigere; Reisen mit Esculiern ist nie langweilig.“

Esculien ist eine grosse Insel an der nordwestlichen valerischen See. Obwohl seit Jahrhunderten unter einer Krone geeint, besteht das Land aus mehreren Dutzend eigensinniger Fürstentümer, in denen mindestens 10 verschiedene Zungen gesprochen werden. Das Land ist vom sonnenverwöhnten Süden bis zum windgepeitschten Norden ebenso abwechslungsreich, dabei aber zumeist sehr fruchtbar. Zu den bekanntesten Gebieten gehören die Dartagne und Cyranc im Süden, das milde Aramien, der gebirgige Porth sowie Athon im Norden.

Esculien ist bekannt für die Qulität seines Weines, die Scharfzüngigkeit seiner Frauen und das Draufgängertum seiner Männer. Viele sehen in ersteren Beiden den Grund für Letzteres.

In den alten Kulturen des südlichen Valeriens gelten die Esculier als ungewaschene Bauern, und tatsächlich sind die Esculier traditionell sehr stark mit der Landwirtschaft verbunden. Erst in den letzten Jahrzehnten entwickelte sich eine wohlhabende städtische Schicht, und bereits hat Esculien eine Reihe beachtenswerter Poeten und Scholaren hervorgebracht. Viele dieser Poeten und Scholaren sind allerdings ebenso bekannt für ihre Streitlust wie für ihre Schriften.

Die Esculier sind nicht nur dem Wein, sondern auch dem Essen leidenschaftlich zugetan; ihre vielgerühmte Küche profitiert von dem vielseitigen, meist fruchtbaren Klima des Landes. Keine Beschreibung Esculiens wäre vollständig ohne Erwähnung ihrer Vorliebe für feine und kunstvoll geschaffene, oft auch überladen prunkvolle Kleidung. Die esculischen Hutmacher gelten als die handwerklich geschicktesten der Welt, doch vielen Ausländer sind die breitkrempigen, federgeschmückten esculischen Hüte zu protzig.

Einst bildeten die esculische schwere Reiterei das verlässliche Rückgrat des Heeres der valerischen Allianz, und noch immer gelten die Esculier als hervorragende Kämpfer. Ihre Abneigung gegen Disziplin macht sie allerdings zu weit weniger guten Soldaten, und sie bringen dem Imperium weit weniger Begeisterung entgegen als seiner Vorgängerin. Kaum ein Esculier dient in der Flotte, wo Disziplin über allem steht, aber viel dienen in der Kavallerie und unter den Dragonern, vor allem aber unter den Musketieren. Tatsächlich bildeten sich das erste Musketierregiment in Esculien, kurz nach der Entdeckung des Schiesspulvers durch Vorgens Esculus.

Überhaupt sagt die Beziehung der Esculier zu Schiesspulver viel über ihren Charakter aus: Sie nahmen es mit Begeisterung auf, wohl auch, weil es von einem Landsmann erfunden wurde (böse Zungen hingegen behaupten, dies liege vor allem daran, dass Schiesspulver auch gegen Syphilis hilft). Als dann aber das weitaus sicherere Zweikomponentenpulver der Zwerge übernommen wurde, waren die Esculier die einzigen, welche sich dieser Neuerung verweigerten. Sie behaupten bis heute vehement, das traditionelle esculische Pulver sei wirksamer; Demonstrationen des Gegenteils ignorieren sie geflissentlich. Auf den berechtigten Einwand, dass dieses Pulver leicht explodieren kann und eine Gefahr für den Schützen darstellt, erwiderte einst der Musketier Cortaq: „Bah. Der Schütze mit Mumm verachtet jene, die schiessen, ohne ein Risiko dabei einzugehen. Das ist nicht nur feige und ehrlos, sondern schlimmer: langweilig.“

esculien.txt · Zuletzt geändert: 2018/07/29 18:17 von 127.0.0.1