Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


pflanzerinseln

Pflanzerinseln


„Pflanzerinseln fressen Menschen und scheissen Gold.“
- Sprichwort im Grenzgürtel


Aus den Aufzeichnungen Olcurs des Reisenden:

„Überall in den warmen Gebieten des Grenzgürtels verstreut kann man Pflanzerinseln finden: kleine Eilande im Besitz der imperialen Handelskompanie, auf welchen pflanzliche Handelsgüter angebaut werden wie Zuckerrohr oder Tabak. Grossen Gewinn bringen diese Inseln der Kompanie, dem Grossteil ihrer Bewohner aber nur Elend, denn die Plantagen wirtschaften mit Sklavenarbeit der grausamsten Form.

Auf einer Pflanzerinsel werden regelmässig ganze Schiffsladungen Sklaven angelandet. Diese Unglücklichen erwartet nichts als Schinderei, Qual und Widrigkeiten. Nicht nur müssen sie täglich vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang auf den Feldern schuften, sie sind auch der Willkür der Aufseher schutzlos ausgeliefert. Und nur die grausamsten und niederträchtigsten Söldner werden als Aufseher auf diesen Inseln angeheuert! Es geht gar das Gerücht, dass auf einigen Inseln Orks als Aufseher eingesetzt werden. Solange der Ertrag hoch ist, haben die Aufseher freie Hand im Umgang mit den Sklaven, und sie nutzen dies weidlich, ihrer Freude am Quälen Hilfloser Ausdruck zu geben. Auf manchen Pflanzerinseln soll es Usus sein, dass allabendlich ein Sklave blutig gepeitscht wird; auf solchen Inseln buhlen die Sklaven um die wechselhafte Gunst ihrer Peiniger, um nicht in Ermangelung eines zu Strafenden für dies täglich Ritual erwählt zu werden. Das Leben der Sklaven hat keinen Wert über jenen ihrer Arbeit hinaus und währt oft nicht lange.

Eine Flucht von einer Pflanzerinsel scheint unmöglich: Keine Schiffe denn jene der Handelskompanie dürfen hier anlaufen, und die Sklaven finden nicht die Zeit, selbst ein Entkommen über die See vorzubereiten. Die Inseln sind zu klein, um einen Entflohenen zu verbergen, und bis auf die Plantagen unbesiedelt.

Der unerschöpfliche Durst der Pflanzerinseln nach Sklaven wird gemildert mit Unglücklichen aller Art: Auf den grossen Sklavenmärkten in Elfentor, Golotha und Jankipar gehören die Inselmeister zu den wichtigsten Käufern, im Krieg warden ganze Dörfern von den Schergen der Kompanie verschleppt, und so manch ein Richter ward reich damit, Verbrecher zu Sklavenarbeit zu verurteilen. Auch Sklaven, die wegen Alter oder Krankheit sonst keinen Käufer fänden, landen oft auf Pflanzerinseln: Sie brauchen nicht lange zu überleben, um ihren niedrigen Kaufpreis abzuarbeiten.

Geführt wird eine Pflanzerinsel vom Inselmeister, einem Mitglied der Handelskompanie von gleichem Range wie ein Schiffsmeister. Dessen Leistung wird einzig gemessen an dem Ertrag, welchen seine Plantagen abwerfen, und dem Gold, dass die Kompanie mit ihnen scheffelt. Da die Güter der Pflanzerinseln begehrt sind an der Valerischen See, kann der Inselmeister grossen Reichtum erlangen dank grausamster Ausbeutung anderer Menschen. Wahrlich, niederträchtig und schurkisch ist die Kompanie zu nennen, die sich an derartigen Abscheulichkeiten bereichert, und bedauernswert ein jeder, dessen Leiden diese Bereicherung ermöglicht!“

pflanzerinseln.txt · Zuletzt geändert: 2018/07/29 18:17 von 127.0.0.1