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Das Tritheon


“Das ist kein organisierter Kult, das ist eine Sammlung von Anekdoten und Widersprüchen“
- Dem zwergischen Priester Luggwor zugeschrieben.

Das Tritheon ist die Religion der Menschen des Valerischen Imperiums ebenso wie des Grenzgürtels – anders gesagt: der meisten Menschen überhaupt. Der Name leitet sich von den drei zentralen Gottheiten Morenu, Epsis und Aro ab; das Symbol des Tritheons ist der dreizackige Stern. Neben den drei obersten Göttern kennt das Tritheon eine Unzahl weiterer Gottheiten ebenso wie die Ahnengeister Manen. Es wäre allerdings falsch, sich das Tritheon als einheitlichen Kult vorzustellen; über viel mehr als das bereits Erwähnte besteht kaum Einigkeit unter allen Gläubigen. Wir werfen zuerst einen Blick auf die drei zentralen Gottheiten und ihre Rolle im Tritheon sowie auf die Manen:

Morenu: Unbesiegter Herr des Himmels, König des Diesseits

Als die Welt noch jung war, ward sie von den schrecklichen Titanen dominiert. Der kriegerische Sonnengott Morenu tötete viele von ihnen und vertrieb den Rest in die abgelegensten Winkel der Schöpfung. So stieg er zum Herrn des Himmels und König des Diesseits auf. Morenu ist verantwortlich für den Fortbestand der materiellen Welt und ihren Schutz vor allen möglichen Feinden wie Titanen und Dämonen. Dabei wir er unterstützt von einem ausgedehnten Pantheon, dessen Mitglieder jeweils über einen Aspekt des Diesseist herrschen und üblicherweise Morenu untertan sind. Die Sonne wird mit Morenu identifiziert.

Epsis: Unfehlbare Richterin der Toten, Königin des Jenseits

Die gleichgestellte Gattin Morenus ist Epsis, welche über das Reich der Toten herrscht. Ein jeder Mensch muss nach dem Tode vor sie treten und ihren Richtspruch hören, mit dem sie ihn für seine Taten belohnt oder bestraft. Entsprechend ihrem Urteil findet der Verstorbene dann Eingang in eines von mehreren Reichen der Toten; hier mag er ewige Glückseligkeit finden oder ebenso lange Qualen. Die Totenreiche werden regiert und beschützt von einem eigenen Pantheon, welches Epsis untersteht. Epsis ist zudem die Göttin des regelmässigen Mondes, und es heisst, bei einer Mondfinsternis sei das göttliche Paar endlich wieder einmal kurz vereint, bevor es erneut von seinen Pflichten auseinandergerissen wird.

Aro: Allweiser Sprecher der Manen, Fürst des Dazwischens

Als Morenu und Epsis ihre Pflichten antraten, da war es Epsis' Bruder Aro, der eine gänzliche Trennung von Dieseits und Jenseits verhinderte und die Grenze Dazwischen für die Manen passierbar machte. Dafür muss er nun über diese Grenze und ihre Durchgänge wachen, und auch der Schutz und die Führung der Manen obliegt ihm. Weil er als Einziger beide Reiche gleichermassen kennt, ist Aro auch der Gott der Weisheit, und er wird mit dem unregelmässigen Mond identifiziert. Seine geheimnisvolle Bewegung soll daher kommen, dass nur Aro selbst weiss, wo seine Gegenwart gerade am nötigsten ist.

Die Manen

Nicht alle Toten gehen sofort in ein Totenreich ein. Solange ihre Führung und Anleitung im Diesseits noch gebraucht wird, mag eine Seele ihr endgültiges Schicksal noch aufschieben und als Mane den Hinterbliebenen helfen. So können bedeutende Ahnen noch über Generationen hinweg ihren Nachkommen beistehen, und grosse Führer wie Abduramas oder Carvallus vermögen noch immer das Imperium sanft anzuleiten. Da die Manen nicht mehr dem Diesseits angehören, können sie nicht mehr direkt mit der materiellen Welt interagieren, wohl aber in Träumen und Omen ihren Ratspruch kundtun. Ahnen- und Heiligenverehrung hat daher eine grosse Bedeutung unter den Menschen.


Geschichte

Um die Religion des Imperiums zu verstehen, muss man zuerst einen Blick auf ihre Geschichte werfen: Das Tritheon entstammt den verschiedenen Religionen dreier Völker, welche von Abduramas dem Weisen in einem beispiellosen diplomatischen Meisterstück zu einer einzigen zusammengeführt wurden.In seinen Anfangsjahren war dieser neue Kult einheitlich, und die zusammengeführten Religionen verbanden sich tatsächlich mühelos und fanden, dass sie sich gegenseitig ergänzten. Das Tritheon verbreitete sich schnell über die Länder der Allianz und darüber hinaus, und da es die vorherigen Kulte nicht verdrängte, sondern erweiterte, wurde es von der breiten Bevölkerung bereitwillig akzeptiert und verankerte sich stark im Volksglauben. Zudem bewiesen die vielen Wunder, welche seine Priestern in jener Zeit vollbrachten, die Wahrheit des Tritheons.

Diese schnelle Ausbreitung und tiefe Verankerung führten jedoch auch zur Zersplitterung des zuvor einheitlichen Glaubenssystems, welches von Abduramas und den Führern der drei ursprünglichen Kulte begründet wurde. Die Ausbreitung in neue Regionen brachte die Aufnahme neuer Gottheiten in das Tritheon. Die bestehenden Kulte wiesen zudem regionale Unterschiede auf, welche nun ebenfalls ins Tritheon einflossen. Das Ergebnis ist eine unübersichtliche Ansammlung von Glaubenssätzen, Mythen und Legenden, rituellen Praktiken, Göttern und Kulten, welche nur lose unter dem Dach des Tritheons vereint scheinen. Oft tun sich Widersprüche auf, und viele Götter stehen in Konkurrenz zueinander. So werden mindestens sieben Kriegsgötter anerkannt, deren Anhänger ihre theologischen Differenzen in ihren Patronen angemessener Weise auszutragen pflegen. Andererseits wird ein Ereignis oder eine Gottheit oft verschieden interpretiert; in Esculien kam es einst zu einem verworrenen Krieg zwischen fünf Provinzen ob der Frage, ob am Jahrestag der Heirat der Kriegsgöttin Tallae mit dem Schmiedegott Ignul nun gefeiert oder getrauert werden solle - die Vertreter letzterer Auffassung waren zudem gespalten in jene, welche das Schicksal Tallaes, und jene, welche das Schicksal Ignuls betrauern wollten. Üblicherweise werden solche Konflikte allerdings weniger gewalttätig ausgetragen, und es gilt als die wichtigste Aufgabe der Kirchengelehrten, widersprüchliche Glaubenssätze miteinander in Einklang zu bringen, wozu häufig bizarre Verrenkungen der Logik nötig sind.


Die Kirche

Der Kult des Tritheons spiegelt die Uneinheitlichkeit des Glaubens wieder: Es gibt zwar eine Kirche mit einer vagen übergeordneten Hierarchie, sie enthält allerdings ein unübersichtliches Gemenge von Kulten und Sekten, die teils in schlecht verhohlener Feindschaft zueinander stehen. Die Kirche kennt keine absolute Authorität, sondern wird geführt von den Primarchen. Dieser Titel tragen die obersten Priester von bedeutenden Regionen oder Kulten, wie etwa der Hohepriester von Trieston oder der Hierophant Morenus. Die Gläubigen folgen üblicherweise ihrer Anleitung, sind aber nicht verpflichtet dazu, und es kann durchaus vorkommen, dass zwei Primarchen gegenteilige Anweisungen geben. Fragen, welche die ganze Kirche betreffen, werden jeweils von einem Konzil entschieden, an dem mindestens drei Primarchen teilnehmen müssen. Die Beschlüsse eines Konzils sind zwar eigentlich verbindlich, doch niemand erzwingt ihre Durchsetzung. Im Grenzgürtel gibt es einen einzigen Primarchen, den Hohepriester von Melweth, der ausserhalb dieses Archipels aber über wenig Einfluss verfügt.

Priester kann man auf verschiedene Arten werden. Es gibt im Imperium mehrere bedeutende Schulen der Theologie, welche sich auf die Lehre des Tritheons als Ganzes konzentrieren. Die bedeutendsten Positionen in der Kirche sind üblicherweise mit ihren Abgängern besetzt, da ihre breite theologische Bildung sie zu guten Vermittlern zwischen den Teilkulten macht. Andererseits kann jeder geweihte Priester auch selbst Schüler unterrichten, die dann von einer Versammlung von mindestens drei weiteren Priestern geweiht werden können. Die genauen Pflichten und Rechte, welche mit der Weihe übertragen werden, unterscheidet sich stark zwischen verschiedenen Teilkulten, ebenso wie die Auswahl der Kandidaten dafür. Diese Schulung durch einzelne Priester ist im Grenzgürtel die übliche Priesterausbildung.

Die Zwei Gebote

Während die Kirche als Ganzes ansonsten keine Einhaltung von Regeln erzwingt, so gibt es doch zwei Gebote, deren Einhaltung jedem Gläubigen zwingend ist:

Du sollst nichts über das Tritheon stellen. Kein anderer Gott kann höher gestellt sein als Morenu oder Epsis, kein Prinzip höher als die Ordnung, die sie aufrecht halten. Manche Kulte verehren Gottheiten, welchen sie eine gleiche Stellung zuschreiben; dies wird nicht gern gesehen, aber toleriert. Ein Verstoss gegen dieses Gebot wird Häresie genannt.

Du sollst keinen Schwarzfrevel begehen. Als Schwarzfrevel gilt jegliche Magie, welche die göttliche Ordnung verneint und bedroht, wie es drei Magieformen tun. Nekromantie, Totenbeschwörung, verstösst gegen die Trennung von Dieseits und Jenseits. Mentalismus, Gedankenkontrolle, verstösst gegen das Recht jedes Sterblichen, seinen eigenen Entscheidungen zu treffen, und die Pflicht, am Ende seiner Tage die Verantwortung dafür zu übernehmen. Infernalismus, Dämonenbeschwörung und -paktiererei, stärkt diese Feinde der Ordnung und ermöglicht ihnen Zugang zum Diesseits.

Die Durchsetzung dieser Gebote ist Aufgabe der Inquisition, welche über weitreichende Befugnisse überall im Imperium verfügt und nur den Primarchen und dem Senat Rechenschaft schuldet. Jeder Inquisitor ist ein fähiger und unbeugsamer Jäger von Häretikern und Schwarzfrevlern, wenn sich die meisten auch auf die Durchsetzung eines Gebotes spezialisieren; manche Inquisitoren konzentrieren sich sogar nur auf eine verbotene Magieform. In letzter Zeit gewann unter fanatischen Häresiejägern eine Auffassung immer mehr Anhänger, die das erste Gebot strenger auslegt. Verboten wäre demnach schon die Gleichstellung eines anderen Gottes mit Morenu oder Epsis.
Die Inquisition ist heute verstärkt tätig im Grenzgürtel, da viele Häretiker und Schwarzfrevler hierher flohen vor der Ausbreitung des Imperiums.


Feinde

Das Tritheon kennt viele Feinde, allerdings weniger unter den Menschen als unter den Unsterblichen. Diese Gegner kommen in ähnlich unübersichtlicher Vielfalt wie die Götter des Tritheons selbst, doch gibt es einige besonders wichtige Gruppen von Feinden:

Dämonen sind Kreaturen von Ausserhalb, deren Wesen die natürliche Ordnung gänzlich zuwider ist, und die deshalb diese zu zerstören suchen. Ihre Gestalt variiert stark, ebenso wie ihre Macht. Sie finden nicht leicht Zugang in diese Welt, können aber beschworen werden.

Einige Titanen, die ersten Herren der Welt, haben die Verfolgung durch Morenu überlebt und sich in die fernsten Gefilde des Diesseits wie des Jenseits geflüchtet. Sie sind uralt, enorm mächtig und (offensichtlich) von titanischer Grösse, können aber verschiedene Gestalt haben. Ihre Interaktion mit Sterblichen beschränkt sich auf die rein kulinarische Ebene.

Die Lemuren sind die bösen Geister von Verstorbenen ähnlich den Manen, die allerdings nicht die Erlaubnis haben, das Dazwischen zu durchqueren, sondern sich diesen Durchgang aus eigener Kraft erzwingen. Ihre Absicht ist es auch nicht, den Lebenden zu helfen, sondern ihrer Strafe im Jenseits zu entgehen. Es heisst, sie könnten solange im Diesseits verweilen, wie sie von den Sterblichen gefürchtet werden. Auch sie können nicht direkt mit der materiellen Welt interagieren, wohl aber mit den Seelen von Sterblichen. Die Geister von mächtigen Schwarzfrevlern und finsteren Schurken können von einiger Macht sein und oft jahrhundertelang im Diesseits verharren.

Auch ganze Pantheone anderer Kulte finden sich unter den Feinden des Tritheons, vor allem die verdorbenen Götter der Nekrokraten von Orokul. Auch wenn sie durch den Fall Orokuls viel von ihrer Macht verloren haben, so sollen sie doch bis heute eine beständige Gefahr für das Jenseits darstellen und dessen Eroberung anstreben.

Anathema: Die Acht Grossen Feinde

Laut den Visionen des verrückten Propheten Xorxabu gibt es acht Feinde des Tritheons von besonders grosser Macht, die einst das Ende der Welt einleiten sollen. Nur sieben Namen dieser Anathema sind überliefert, über den achten kann nur spekuliert werden. Die Priester des Tritheons bestätigen, dass diese sieben in der Tat die mächtigsten und erbittertesten bekannten Feinde der göttlichen Ordnung sind. Doch nicht nur die Anhänger des Tritheons, sondern auch andere Völker kennen Legenden über diese Kreaturen Hier wollen wir vier der Anathema nennen:

Leviathan: Der Feind der Oberfläche ist der gewaltigste der verbliebenen Titanen und der grösste Schrecken jedes Seemanns. Er wird von unbändigem Hass auf alles Leben über dem Meeresspiegel angetrieben und soll dereinst alles Land verschlingen. Beim Kataklysmus vor 3000 Jahren zerschlug er bereits die grossen Landmassen. Vorläufig aber schläft der Leviathan unter der gefrässigen See.

Ashkurbaal: Der Feind des Lichtes ist ein mächtiger und gerissener Erzdämon, der in ewiger Finsternis haust und diese seine Domäne über die ganze Welt ausdehnen will. Ashkurbaal gilt als aktiver und leicht anzurufender Dämon, der eine erschreckend hohe Zahl von Anhängern unter den Sterblichen hat.

Bhelzax: Der Feind der Wärme ist ein weiterer Titan, welcher am Nordpol haust. Seine Domäne ist die ewige Kälte; er hasst jegliches Leben, welches der Wärme und der Bewegung bedarf, und soll dereinst die ganze Welt mit eisiger Starre überziehen.

Khesh: Die Feindin des Todes ist eine der Korruption anheim gefallene Fruchtbarkeitsgöttin und die Herrin des orokulischen Pantheons, seit ihr Gatte von Morenu getötet wurde. Sie giert nach Herrschaft nicht nur über die Totenreiche, sondern über die ganze Schöpfung, und will die Grenze zwischen Diesseits und Jenseits zerstören. Da sie ewiges Leben zu gewähren vermag, wird sie oft von Schwarzfrevlern angerufen.


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